Unsere Bayerntour - Rauhnacht.bayern
Bayrisches Rauhnachtsbrauchtum- Tradition in Bayern

Das Wolfauslassen findet in den Gemeinden im Bayerischen Wald um den 11. November statt. Dabei ziehen Gruppen von Haus zu Haus. Die Gruppe symbolisiert dabei den Wolf, der angeführt wird von einem Hirten, der an seinem Hirtenstab zu erkennen ist. Jedes Mitglied des Wolfes hat eine Glocke dabei, diese sind teilweise bis zu 1 Meter hoch und bis zu 50 kg schwer.Die Gruppe geht zu jedem Haus im Dorf. Hier wird dann solange geläutet, bis jemand die Türe aufmacht, der Hirte sagt seinen Hirtaspruch auf und bekommt von dem Bewohnern eine Geldspende. Danach bedankt sich der Wolf mit einem kräftigen Läuten der Glocken, der Hirte gibt dabei mit seinem Stock den Takt an und steuert so die Schnelligkeit des Läutens.Ab und zu bekommen die Wolfauslasser natürlich auch a' Schnapserla oder ein Bier zum Aufwärmen. Die Wölfe gehen am 11. November übrigens die ganze Nacht von Gasthaus zu Gasthaus und liefern sich Läutduelle mit anderen Gruppen, wo dann kräftig getrunken und teilweise auch gruppenweise gegeneinander gerauft wird, wenn sie sich nicht einig werden, wer der bessere Wolf ist.

Dieses Treiben geht meistens bis in die Morgenstunden.Schließlich sind wir in Bayern.Der Wolf wird übrigens auch oft von "Goißlschnalzern" begleitet. Goißln sind bis zu 5 Meter lange Peitschen, mit denen auf der Straße vor dem Haus geschnalzt wird. Meisten sind mehrere Goißlschnazler dabei, die dann im Takt gegeneinander schnalzen. Das Goißlschnalzen darf übrigens erst ab Anfang September geübt werden, was die Jugendlichen dann auch ausnutzen und fast täglich am Dorfplatz abends üben.   Am besten sieht man den ganzen Brauch des Wolfauslassen übrgens in Rinchnach, wo viele Wölfe aus den verschiedenen Nachbardörfern zusammen kommen und am Dorfplatz einmarschieren und gegeneinander läuten. Der Wolf stellt sich hier im Kreis um den Hirten und läutet nach seinem Takt, danach ziehen sich die Wölfe in die Wirtshäuser zurück und feiern bis tief in die Nacht.Auch Goißlschnalzer sind hier vor Ort und beeindrucken jedes Jahr Tausende von Besuchern.

Der Ursprung des Brauches:

Mit dem Wolfauslassen wollte man früher, als es noch Wölfe im Bayerischen Wald gegeben hat, die wilden Tiere von den Ortschaften tief in die Wälder treiben, mit dem Verschwinden der Wölfe verschwand aber leider auch dieser Brauch aus vielen Ortschafen.   Wolfauslassen / Wolfausläuten. Der Römer Tacitus (56 n. Chr. - 117 n. Chr.) berichtete einst, dass die germanischen Hilfstruppen um die Wintersonnenwende ein lautstarkes Brauchtum pflegten. Die Sonne wird zur Wintersonnenwende immer schwächer und sie zeigt ihr Licht nur noch kurz. Da die Germanen glaubten, die Sonne sei hier am schwächsten, hatten sie Angst, dass sie dem Fenriswolf zum Opfer fällt. Der Fenriswolf verfolgt laut alten Geschichten die Sonne und wird sie bei der Weltendämmerung verschlingen. Die germanischen Söldner wollten mit lautem Krach und Geschepper den Fenriswolf vertreiben und so die Welt vor dem Untergang schützen. Der Fenriswolf ist uns heute übrigens nur noch als Markensymbol der Agip-Tankstelle bekannt und auch von den Römern ist nicht viel übrig geblieben. Denn:m Der Brauch wurde später umgewandelt und geht heute auf die Hirten zurück, die um Martini, dem 11. November, von den Hochweiden ins Dorf zurückkehrten und von Bauer zu Bauer zogen, um sich ihren Lohn abzuholen.Mit den Hirten und den Tieren kamen natürlich auch Raubtiere dem Dorf nahe, wie Bären und Wölfe, die den Herden folgten.So gingen die Hirten in den Wintermonaten mit den Glocken ums Dorf, um die Raubtiere fernzuhalten. Durch die Abgeschiedenheit des Bayerischen Waldes konnte der alte Brauch, wenn auch abgewandelt, überleben.

Text: Sepp Probst / Buchautor aus Regen